Das passende Geschirr für meinen Hund

Ist die Entscheidung für ein Geschirr getroffen, steht man vor der nächsten Frage: Welches Geschirr ist das richtige für meinen Hund?

Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Geschirre. Teilweise für spezielle Tätigkeiten wie das Schlitten-Ziehen oder mit zwei Bauchgurten für Ausbrecher-Könige.
Auch bei den Materialien wird die Auswahl immer größer – Nylon, Leder, Stoff und Biothane sind hierbei die Klassiker.

Die Angebote werden zwar immer vielfältiger, leider aber nicht immer besser. Darum möchte ich hier die zwei häufigsten Geschirr- Formen vorstellen und eine persönliche Empfehlung abgeben.

Das Norweger- Geschirr

Die folgenden Bilder sollen verdeutlichen, warum ich persönlich kein Freund vom „Norweger“ bin. Um es kurz zu machen: sie passen einfach nicht gut.

zu enges norwerger- geschirr

Auf diesem Bild kann man sehr schön erkennen, wo die grundsätzlichen Fehler liegen.
Der Abstand des Baugurtes zu den Beinen ist viel zu gering. Der Bauchgurt mit der harten Schnalle scheuert in der Armbeuge, dort wo die Haut sehr dünn und weich ist. Scheuerstellen sind sehr schmerzhaft und nässen schnell.
Der Bauchgurt soll je nach Größe des Hundes zwischen drei Finger breit und einer Handbreit hinter den Vorderbeinen liegen.

Selbst die maßgeschneiderten und angepassten Norweger-Geschirre haben große Defizite in der Passform, welche schlichtweg durch den Schnitt bedingt sind.

einschränkung der schulter

Bei diesem Hund liegt der Brustgurt seitlich auf dem Schulterblatt und behindert so eine freie Beinbewegung nach vorne. Dies bedeutet die Schritte des Hundes werden kürzer und weniger raumgreifend. Folge sind Schädigungen der Schulter und des kompletten Rückens, weil sich das natürliche Gangbild verzieht.

Sattelplatte drückt auf die Schultern

Der Bauchgurt ist hier akzeptabel eingestellt, leider drückt hier die Geschirrplatte auf dem Rücken auf die Enden des Schulterblattes und behindert so nun auch noch die Bewegung der Schulter von oben. Auch hier haben wir wieder muskuläre und später auch anatomische Veränderungen zu erwarten. Die Platte auf den Schultern wärmt zudem im Sommer massiv, weil sich darunter die Wärme staut. Bei Hunden die gern Baden gehen kommt auch noch ein Nässestau hinzu.

 

Das H- Geschirr (Führgeschirr/ Brustgeschirr)

Dieses Geschirr heißt so, weil es geöffnet aussieht wie der Buchstabe H. Es hat zwei Schnallen, jeweils rechts und links und einen breiten Gurt, der unter den Vorderbeinen am Brustkorb des Hundes entlang läuft.

Auf diesem Foto sind die Vorteile sehr schön zu erkennen:

Brustgeschirr bei dem die Schulter frei bleibt

Der Bauchgurt liegt deutlich hinter den Vorderbeinen und kann hier nicht scheuern. Auch dann nicht, wenn der Hund am Boden schnüffelt. Der Brustgurt liegt oberhalb des Schulterblattes. Der Rückensteg liegt zwischen den Schulterblättern auf dem Rücken und schränkt nicht ein.

Dieses (qualitativ miese) Bild zeigt ganz deutlich, welche Bewegung die Schultern und die Vorderbeinen  machen. Dies wäre mit einem Norweger-Geschirr nicht möglich.

Schulter frei in der Bewegung, keine Einschränkung durch das Geschirr

Diese klassischen Geschirre gibt es von ganz vielen verschiedenen Anbietern in fast allen Farben. Auch maßgeschneidert und mit Neopren oder Fleece unterfüttert sind sie erhältlich. Selbst nach Maß gefertigt kosten diese Geschirre nur unweit mehr, als die guten Gurtband-Varianten aus dem Zoofachhandel.

Ein weiterer Vorteil bei dieser Geschirrform ist der Ring am Bruststeg. Oftmals nützlich für die Tassomarke und auch für das Üben der Leinenführigkeit oder das Bringseln ideal.

Maßgeschneiderte Brustgeschirre mit Brustring

Natürlich kommt es auch hier ganz genau auf die richtige Größe an, nehmen Sie Ihren Hund darum unbedingt mit zum Geschirr-Kauf oder lassen Sie Ihren Hund in den Genuss eines maßgeschneiderten Geschirres kommen.

Die richtige Größe finden:

  • Der Bauchgurt sollte bei großen Hunden eine Handbreit hinter den Vorderbeinen sitzen, bei kleinen Hunden sollte es zwei bis drei Fingerbreit Abstand sein
  • der Halsgrurt soll oberhalb der Schulterblätter sitzen
  • der Bruststeg sollte so breit wie möglich sein, aber auf keinen Fall an den Vorderbeinen scheuern
  • der Rückensteg soll maximal bis zur Hälfte der Rippen reichen damit der Bauchgurt nicht auf den letzten Rippen oder gar dahinter

Für die individuell angepassten Geschirre findet sich auf der Bestell-Website auch immer eine Maßanleitung. Einige Hersteller bieten auch für Standard-Geschirre mittlerweile Maßtabellen an.

Auf was sollte man noch achten?

  • das Material sollte stabil und dabei so weich wie möglich sein, im Idealfall ist es gepolstert
  • je breiter die Gurte des Geschirres sind, desto angenehmer ist die Druckverteilung. Achten Sie darauf, dass Ihr Geschirr nicht zu schmal ist
  • das Material sollte waschbar sein
  • entscheiden Sie sich gegen eine Maßanfertigung, sollten genug Verstellmöglichkeiten an den Brust- Bauch- und Halsgurten vorhanden sein, um das Geschirr wirklich an die Körperform des Hundes anpassen zu können
  • die Schnallen sollten stabil sein (bruchfest)
  • Geschirre bei denen Sie die Pfoten Ihres Hunde hinein- oder durchstecken müssen sind weniger geeignet, da die Hunde dieses Prozedere meist unangenehm empfinden

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