Der Hund in meinem Bett

Beruflich diskutiere ich über das Thema Hund im Bett nicht, das mag jeder halten wie er will. ABER mein Privatleben ist nun einmal etwas anderes, da entscheide ich selbst.

Für den Trainingserfolg hat es keinerlei Auswirkung, ob der Hund nun im Bett oder davor schläft, ob er im Körbchen im Flur oder auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen kann. Jeder Hundehalter soll seine Nächte so gestalten wie es ihm am besten gefällt. Ich gebe Ihnen hier nun einen Einblick in unsere Nächte, in unser Schlafzimmer 🙂

Insgesamt wohnen bei uns knapp 85 kg Hund, verteilt auf 12 Pfoten. Jeder Hund hat 1,75 Körbchen im Haus zur Verfügung und darf sich seinen Schlafplatz fast frei wählen – und trotzdem haben wir ein „Familienbett“.

Zu Single- Zeiten war es mir sehr wichtig meine große Hündin mindestens mit im Schlafzimmer zu wissen. Ich war nie gerne Single und so fühlte ich mich nicht ganz so allein, als wenn sie im Wohnzimmer, eine Etage unter mir, geschlafen hätte.

Als mein Mann und seine Hündin bei uns einzogen brachte das natürlich einiges an Veränderungen mit sich. Meine Emma war nicht wirklich damit einverstanden, ihren Platz im Ehebett an diesen „fremden“ Mann abgeben zu müssen und sich zukünftig mit dem Fußende zu begnügen. Um ehrlich zu sein, hat sie es auch fast 6 Jahre nach seinem Einzug noch immer nicht akzeptiert und mit einem Schmunzeln darf ich jeden Abend das gleiche Schauspiel beobachten: Emma legt sich ins Bett während mein Mann im Bad ist, kommt dieser wieder ist sie nur mit viel Überredung und durch Zahlung vieler Streicheleinheiten davon zu überzeugen seine Bettseite zu räumen.

Unsere Mittlere schlief bis vor Kurzem immer in einem der Körbchen im Schlafzimmer. Sie liegt tagsüber gern und viel auf unserem Bett, aber ich vermute dass es ihr mit uns einfach zu unruhig und zu warm ist. Aus Platzgründen war ich nie böse drum, dass Luna ihr Recht auf einen Platz im Familienbett nicht wirklich durchsetzte. Die morgendlichen Kuscheleinheiten mit ihr nach dem Weckerklingeln sind daher etwas ganz besonderes.

Als die kleine Grace einzog, verlagerte sich Lunas Schlafplatz leider ins Wohnzimmer. Ich vermute, dass ihr die nächtliche Unruhe durch die Pinkel-Pausen des Welpen einfach den Senioren-Schlaf störten und sie die Ruhe in der unteren Etage sehr genießt.

Bevor wir Klein-Grace abholten, haben wir natürlich sehr viel darüber gesprochen, wo der Schlafplatz der Kleinen denn sein soll. Denn, wenn wir mal ehrlich sind, ist ein Bett ohne Hund auf jeden Fall erholsamer und ruhiger. Doch wenn es danach geht, müsste ich auch noch den Mann an meiner Seite ausquartieren und das geht dann doch zu weit. Gleiches Recht für alle.

Als Mini-Welpe sollte Grace natürlich zwischen uns im Bett schlafen. Bindungsaufbau, Vertrauen und Sicherheit war für uns oberste Priorität. So ein kleiner Zwerg kann sich in seiner neuen Umgebung ohne Geschwister voller neuer Gerüche, Geräusche und anderer Hunde und Menschen ziemlich verloren vorkommen. Nun ist Grace kein kleiner winziger Welpe mehr und entgegen meines Herzens trainieren wir gerade das Schlafen in der Box vor unserem Bett. Es ist halt doch nett im Bett ein wenig Platz zu haben.
Mehr als  2,5 Stunden mag die kleine aber nicht ohne Körperkontakt schlafen und so schläft sie die letzten 2/3 der Nacht dann doch in meinem Arm.

Mein Kopf und mein Herz fechten jeden Tag aufs neue den gleichen Kampf aus. Sobald die Kleine sich an mich kuschelt, ich spüre wie sich ihr Körper entspannt, ihre Atmung ruhiger wird und sie friedlich an meinem Bauch einschlummert gewinnt das Herz. Doch mitten in der Nacht, wenn der Welpe schnarcht oder mir seine kleinen Füße in den Rücken bohrt, wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dieses Familienbett sofort und für immer abzuschaffen.

Und auch wenn ich vor den Wäschebergen stehe, weil wir natürlich viel öfter Bettzeug und Laken wechseln und waschen, wünsche ich mir so manches Mal die Konsequenz, die Hunde abends einfach auf die Körbchen zu verteilen und in Ruhe die Nacht zu verbringen.

Natürlich habe ich das in meinem Frust schon unzählige Mal versucht und bin doch immer wieder eingeknickt. Sei es, dass einer der Dreien vor meinem Bett stand und mit dem Dackelblick des Jahrhunderts mich erweichen konnte oder war es mein Egoismus, dass ich mit einer Fellnase kuscheln wollte. Kuscheln, egal ob mit dem Partner oder mit den Tieren tut dem Körper gut. Sowohl bei unseren Hunden als auch bei uns Menschen wird eine Vielzahl an Hormonen beim Streicheln und Kuscheln ausgestoßen, die für unser Wohlbefinden zuständig sind. Da ich keinen der Hunde zwinge im Bett bei uns die Nacht zu verbringen, muss ich davon ausgehen, dass auch sie es sehr genießen.
So endet jeder Versuch, jede Diskussion doch wieder im Familienbett. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ist das auch gut so.

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