Du bist was du ißt!

Die Diskussionen über die richtige Ernährung von Hunden nimmt mehr und Ausmaße an, wie wir sie von Diskussionen um Religion und Politik kennen.
Dogmen und antiquarische Meinungen werden gebetsmühlenartig wiederholt oder es wird hysterisch auf der eigenen Meinung beharrt und nicht einmal auch nur ein Aspekt hinterfragt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Trockenfutter, Dosenfutter oder BARF zur Diskussion steht – es wird argumentiert, polarisiert und die Produktionsunternehmen investieren immer mehr Geld in Marketing und Werbung. Wie so oft, nur um leere Versprechungen in unser Gehirn zu zementieren und uns zum Kauf zu animieren.

Ich persönlich barfe meine Hunde aus Überzeugung. Das heißt ich füttere rohes Fleisch,  Obst, Gemüse und Co.
ABER, wir haben aus unterschiedlichen Gründen auch immer Dosenfutter und Trockenfutter zu Hause, denn es gibt in allen Ernährungsformen gutes Futter. Man muss bloß wissen, worauf man achten muss.

B.A.R.F – Biologisch artgerechtes rohes Futter
(es gibt noch weitere Übersetzung der Buchstaben, sowohl in deutscher als auch englischer Sprache)

Barfen ist aufwendiger als die Gabe von Trocken- oder Dosenfutter, aber bei weitem nicht so sehr, wie es gern von Gegnern propagiert wird. Natürlich muss man sich als Barfer auch etwas mehr Gedanken machen, was mein Hund so alles zu essen bekommen soll, als wenn ich „nur“ eine Sorte Fertigfutter im Laden kaufe und der Werbung unreflektiv glaube, dass mein Hund optimal versorgt wird.

Ich persönlich halte nicht viel von dem Brimborium um Barf, bei dem vor jeder Mahlzeit mit der Briefwage auf ein halbes Gramm genau 200 – 300 Nahrungsergänzungsmittel abgewogen werden. Natürlich hat das Wetter, der Mondstand und der Hormonzustand des Frauchen Einfluss auf die Zubereitung des Hundefutters. Ok, das war übertrieben, aber wenn man so manches Buch liest oder sich mit einem Hard-Core-Barfer unterhält bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass Barf nur mit abgeschlossenem Ökotrophologie-Studium möglich ist. Dem ist nicht so.
Natürlich ist es klug, sich damit auseinander zu setzen, wie sich eine ausgewogene Ernährung des Hundes zusammensetzt – aber wir müssen dabei nicht päpstlicher werden als der Past. Ich kenne auch keinen Menschen, der für sich oder seine Kinder den Nährstoffgehalt des Mittagsessen ausrechnet und nur nach Plan kocht und einkauft, damit alle Nahrungsmittel optimal aufgenommen werden. Warum sollte das also für unsere Hunde so wichtig sein?

Natürlichkeit und gesunder Menschenverstand mit Grundwissen über Hundeernährung reicht meiner Meinung nach in 95% der Fälle aus. Bei Krankheiten, Unverträglichkeiten, Trächtigkeiten und Co kann man sich tolle Hilfe bei gut ausgebildeten BARF- Beratern holen.

Trockenfutter

Ja, es gibt Trockenfutter, welches man bedenkenlos füttern kann. Es gibt aber auch Trockerfutter, das selbst als Dünger auf dem Kompost noch kritisch zu sehen ist.

Ich empfehle allen Hundehaltern sich einmal die Zutatenliste ihres Futters anzusehen. Genau wie auch bei menschlicher Nahrung sind die Zutaten in absteigender Menge aufgeführt. Das bedeutet, die Zutat die an erster Stelle in der Aufzählung steht, ist auch mengenmäßig am meisten vorhanden. Die Zutat an Stelle zwei ist am zweithäufigsten enthalten usw.

Gerade im Trockenfutter findet sich oftmals ein hoher Getreideanteil. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die Getreide in der Nahrung der Hunde verteufeln, aber ich halte Getreide als einen der Hauptbestandteile im Hundefutter für ungeeignet und empfehle daher grundsätzlich auf getreidefreie Sorten zurück zu greifen. Unabhängig von den möglichen  Unverträglichkeiten ist Getreide ein billiger Füllstoff.

Getreidereiches Trockenfutter hat zudem die Eigenschaft bei Kontakt mit Flüssigkeit stark aufzuquellen und sein Volumen zu vervielfältigen. Dies ist im Magen des Hundes die häufigste Ursache für Magendrehungen. Dies wird bei der Wahl eines getreidefreien Futters und / oder dem Einweichen des Trockenfutterns vor der Fütterung minimiert.

Aber auch der große Bereich der tierischen Nebenerzeugnisse lohnt einen Blick hinter die Kulissen. Wir denken da, dank der Werbung, gern an liebevoll abgeschnittene Ränder vom Filet oder die gesäuberten Innereien eines glücklich gestorbenen Tieres, die wir Menschen nicht verzehren möchten. Das ist aber nur ein Teil, denn tierische Nebenerzeugnisse sind auch Fell, Wolle, Federn, Hufe, Hörner, Haare, Knochen oder auch Embyonen und Stoffwechselprodukte des Magen-Darm-Tracktes u.v.m.

Dosenfutter

Dosenfutter ist deutlich feuchter und quillt im Magen des Hundes nicht auf, was die Entstehung einer Magendrehung reduziert. Allerdings sind auch im Dosenfutter oft minderwertige Tiernebenerzeugnisse verarbeitet, so dass Sie auch hier wieder nicht um das genaue Lesen der Inhaltstsoffe herum kommen.
Reine Fleischdosen sind für die dauerhafte Ernährung des Hundes ebenso wenig geeignet, wie das Füttern von reinem frischen Fleisch da dies zu einseitig ist. Gutes Dosenfutter enthält also auch immer Ost- oder Gemüsebestandteile. Wenn Sie sich für eine reine Fleischdose entscheiden sollten Sie Obst und Gemüse sowie Pflanzenöl selbst hinzufügen.

Selbstverständlich fällt für jedes Hundefutter Verpackungsmüll an. Allderings finde ich das Verhältnis bei Dosenfutter extrem negativ, so dass ich auch dies in meiner Entscheidung für eine Fütterungsart berücksichtigt habe.

Leckerchen

Auch bei der Auswahl der passenden (Trainings-)Leckerchen können wir auf gesund und lecker gleichzeitig setzen.

In unserer Leckerlie-Tasche findet sich ein bunter Mix aus Trockenfutter, gedörrtes Fleisch, Bananenchips, kleine Fleischwurst-Stückchen oder Käsewürfel und vieles andere. Gerade im Sommer freuen sich meine Hunde über saftige Gemüse- und Obststücken als Belohnung. Gurke, Apfel, Möhre und Co werden super gern genommen und sind gleichzeitig noch gesund und nicht so trocken.

Kauartikel

Natürlich bekommen meine Hunde diverse Kauartikel. Zeitweise als Beschäftigung, zur Zahnpflege oder einfach weil sie gerade etwas zu aktiv sind und ein wenig Beschäftigung bedürfen.
Wir unterscheiden zwischen Dauer-Kauartikel die nicht zum sofortigen Konsum geeignet sind, wie z.B. Torgas- Wurzeln, Kaffee-Holz oder Geweihstücke und den Konsumartikeln. Gerade die Dauerkaustücke sind meist auch kalorienärmer und machen nicht so dick, wie Ohren, Ziemer, Strossen und Co.

Grace mit einem Geweihstück XXXL

Bei Konsumartikel achte ich sehr darauf, dass die Produkte luftgetrocknet sind und nicht chemisch behandelt wurden. Solche Produkte riechen meist auch viel weniger streng als die super günstigen aus dem Discounter oder den losen Selbstbedienungs- Kisten bei verschiedenen Tierzubehörgeschäften. Fragen Sie ruhig mal nach, wo die Produkte her kommen, in welchem Trocknungsverfahren sie behandelt wurden usw. Bekommen Sie keine zufriedenstellende Antwort kaufen Sie ihrem Hund lieber woanders Kauartikel.

Du bist was du ißt

Woran kann ich noch erkennen, ob das ausgewählte Futter auch für meinen Hund das Richtige ist? Es gibt eine ganze handvoll Parameter:
Natürlich sollte der Hund sein Futter gern essen und nicht nur widerwillig und mäkelig am Napf stehen.

Die Verdauung sollte keine Schwierigkeiten machen, also weder stollte der Kot zu weich sein noch zu hart oder ungeformt sein. Der Geruch und die Menge des Kotes hängen sehr von der Fütterungsform ab. Grundsätzlich gilt, je verdauerlicher das Futter, desto kleiner und geruchsärmer sind die Hundehaufen. Nicht verwertbares wird ausgeschieden, je weniger ausgeschieden wird, desto mehr konnte der Hund für sich nutzen.
1-2 mal täglich setzen die meisten Hunde Kot ab. Auch hier kann es selbstverständlich individuelle Unterschiede geben, so wie bei uns Menschen auch. Aber wenn Ihr Hund seltener oder deutlich häufiger hinaus muss, um eine Tretmiene ins Land zu bringen, sollten Sie noch einmal darüber nachdenken ein paar Aspekte der Fütterung oder der Gesundheit zu optimieren.

Glänzendes Fell, ohne Schuppen und eine elastische Haut sprechen dafür, dass die Fütterung dem Hund im Großen und Ganzen bekommt. Im Übrigen reduziert sich der hundetypische Körpergeruch unseres Vierbeiners sehr, wenn man auf ein hochwertiges Futter umsteigt.

Wann, wo und wie oft ?

Gesunde erwachsene Hunde kommen mit zwei Mahlzeiten pro Tag gut aus. Manch einem Hund tut es gut das Abendessen eher zu späterer Stunde einzunehmen, damit der Magen nachts nicht übersäuert, andere hingegen brauchen ihr Abendessen eher zu früher Stunde und kommen mit der längeren Pause über Nacht super klar. Probieren Sie als ruhig mal aus, was für Ihren Hund die besten Fütterungszeiten sind.

Welpen dürfen gern noch drei bis viermal am Tag gefüttert werden. Da auch kleine oder junge Hunde eine Magendrehung bekommen können, empfielt es sich nicht mehr, dem Hund nur eine große Mahzeit am Tag anzubieten. Mehr dazu in diesem Artikel: http://terrier-training.de/alles-dreht-sich-magendrehung

Oftmals wird es wider besseren Wissen missachtet: der Ort des Napfes sollte an einer ruhigen Stelle der Wohnung sein. Hunde genießen es, an einem ruhigen Ort ungestört und ohne Ablenkungen durch vorbei gehende Menschen zu fressen. Der Flur oder der Napf im Durchgangsbereich sind nicht optimal. Suchen Sie bitte einen passenden Ort aus, gern auch das WC oder eine „unnütze“ Ecke der Wohnung mit der man eh kaum etwas anfangen kann. 

sonstiges

Auch robuste Hunde neigen bei gemischtem Futter zu Magen- oder Verdauungsproblemen. Egal für welche Fütterungsart Sie sich entscheiden, mischen Sie also Trockenfutter weder mit Dosenfutter noch mit Frischfleich. Die unterschiedlichen Verdauungszeiten und Konsistenzen machen vielen Hunden Probleme.