Hundemantel- nützlich oder albern?

Wir kennen sie alle, diese kleinen Handtaschenhunde mit Gucci-Shirt und lackierten Krallen. Selbstverständlich haben diese Geschöpfe für jeden Tag das passende Kleidchen mit zugehörigem Halsband und Co…

Um diese Hunde geht es mir in diesem Bericht nicht. Sondern um die ganz normalen Familienhunde, die zum Glück noch immer in der Überzahl sind.

Aber: Brauchen Hunde im Winter einen Mantel??

Mittlerweile gibt es unzählige Hunderassen und deren Mischlinge, darunter Hunde mit langem Fell und Hunde mit kurzem Fell. Hunde mit und ohne Unterwolle, Hunde mit dichtem Fell, Hunde mit dünnem Fell und sogar Hunde ohne Fell.
In unseren Haushalten leben Hunde die aus nordischen Gegenden stammen (z.B. Spitze, Malamutes, Huskys und Co), Hunde die von anderen Kontinenten stammen (Thai- und Rhodesian Ridgeback, Sloughi, viele Windhunde) und Hunde in ganz unterschiedlichen Größen, Formen und Farben.
Trotz der großen Unterschiede sollen sie alle mit unserem norddeutschen Wetter klar kommen. Eine Herausforderung, die nicht zu schaffen ist.

Darum ist die Frage, ob Hunde im Winter einen Mantel benötigen auch gar nicht so einfach zu beantworten.

Grundsätzlich gilt: ältere oder kranke Hunde und auch Welpen benötigen völlig unabhängig von ihrer Fellstruktur, Rasse und Herkunft Hilfe im Winter durch einen Mantel. Deren Immunsystem ist nicht so stabil wie das von einem erwachsenen, gesunden Hund.

Was für Auswirkungen hat es, wenn ein Hund friert?

Grundsätzlich passiert vorerst das gleiche wie bei uns Menschen. Hunde die frieren fühlen sich nicht wohl, sind gestresst, haben keinen Spaß und mögen weder zusammen mit ihrem Menschen etwas trainieren noch gerne draußen sein. Zu schnell werden solche Hunde dann als bockig, stur oder ignorant bezeichnet, dabei frieren sie einfach nur.

Zudem verspannt sich die Muskulatur des Hundes und es kommt zu Schmerzen und körperlichem Unwohlsein. Dass solche Hunde weder fröhlich noch ausgelassen sind, dürfte sich von selbst verstehen. Im schlimmsten Fall kann sich durch die Verspannung auch das Gangbild ändern und zu weiteren Verspannungen und Schmerzen führen.

Nicht zuletzt steigt bei frierenden Hunden die Erkältungsgefahr. Auch Hunde können Husten, Schnupfen und Fieber bekommen. Sogar Mandelentzündungen sind nicht selten.

 

Nach den Spaziergängen bietet sich das Aufwärmen unter einer Decke oder auf einem Heizkissen an.

Fellbeschaffenheit

Kurzfellige Rassen (z.B. Dalmatiner, Boxer, Ridgeback, Dobermann, Weimaraner, Vizla und Co) benötigen sowohl bei Regen als auch bei kalten Temperaturen einen Mantel. Diese Hunde haben keine Unterwolle die sie wärmt und das Fell ist so dünn, dass sowohl Kälte als auch Nässe schnell an die Haut gelangen. Hier fehlt jeglicher Schutz für den Winter, insbesondere am Bauch oder den Schenkelinnenseiten.

Die Bewegungsfreiheit ist bei einem gut sitzenden Mantel nicht eingeschränkt. Das Geschirr wird einfach etwas größer eingestellt und schon passt es wunderbar über den Mantel und die Spaziergänge können wie gewohnt fortgesetzt werden.

kurzhaariger Ridgeback mit Mantel

Temperaturunterschiede

Unsere Hunde leben mit uns im Haus oder der Wohnung. Bisher haben alle Menschen, die ich kennen lernen konnte, ihre Wohnungen im Winter geheizt. Folglich ist das Lebensumfeld des Hundes auch ein warmes und beheiztes, denn die überwiegende Zeit des Tages sind unsere Hunde in unseren Wohnungen. Die Temperaturunterschiede zwischen Wohnung und draußen sind somit für den Hund genauso groß wie für uns Menschen. Wir ziehen uns auch schön warm und dick an, um ja nicht zu frieren.
Unsere an die warme Wohnung gewöhnten Hunde frieren darum draußen genauso. Selbst, wenn diese langes Fell haben. Zwar kann dieses den Temperaturunterschied besser ausgleichen als bei einem kurzhaarigen Hund, aber auch langhaarige Hunde können frieren- insbesondere wenn sie nass geworden sind.

Grundsätzlich gilt, je weniger Freilauf der Hund hat, je weniger er sich schnell bewegen kann, weil er an der Leinen geführt werden muss, desto wahrscheinlicher ist die Notwendigkeit eines Wintermantels.

Kleine Hunde

Besonders kleine, bodennahe Hunde sollten im Winter vor Nässe und Kälte geschützt werden. Sie haben im Verhältnis zur Körpergröße eine größere Hautoberfläche und somit mehr Auskühlungspotenzial, trotz Fell.
Durch die geringe Körpergröße gelangen zudem nasse Grashalme, Schnee und Wasserspritzer viel schneller an den Hundebauch als bei den langbeinigen Hundekollegen.

Den richtigen Mantel für meinen Hund finden

Mittlerweile gibt es für alle Geschmäcker, Anlässe und Temperaturen verschiedene Hundemäntel. Vom einfachen Regenmäntel über dick gefütterte Fleecemäntel bis hin zu Hightech-Mänteln mit Wärme-Rück-Gewinnung und Porzelanbeschichtung. Natürlich bietet der Markt mittlerweile auch alle Farben und Ausführungen an. Mit Strasssteinen, Reflektorstreifen, Namensschilder- alles ist möglich.

In erster Linie sollte der Mantel für den vierbeinigen Freund wind- und wasserdicht sein. So niedlich ein (selbstgestrickter) Wollmantel auch ist, sobald das Material nass ist- ist der komplette Effekt ins Gegenteil verkehrt worden.

Ob die Wahl auf einen gefütterten Mantel fällt oder die Entscheidung zu einem dünneren Regenschutz getroffen wird, hängt dann von der Fellbeschaffenheit des Hundes und seiner Befindlichkeit ab.

Wie gesagt, der Markt bietet mittlerweile eine sehr große Auswahl an. Das Brustgeschirr für die Spaziergänge wird dann über dem Mantel getragen, so dass nichts drückt und scheuert.

Nässe

Nässe ist zudem auch für langfellige Hunde oft ein Problem, wenn die Unterwolle nass geworden ist. Diese trocknet schwerer und kühlt den Hund aus.

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