Schleppleine- Fluch oder Segen?

Ich vermute, jeder Hundehalter hat die ein oder andere Schleppleine ungenutzt irgendwo rum liegen. Nicht, weil sie nicht gebraucht wird, sondern weil sie unpraktikabel ist. Der klassische Fehlkauf der in der Schublade einstaubt. Zum Thema Fehlkäufe gibt es einen weiteren Artikel: http://terrier-training.de/fehlkauf-neben-fehlkauf

Aus eigener Erfahrung aber auch durch die Vielzahl von Berichten meiner Kunden, weiß ich, dass die Qualität und insbesondere das Material einen erheblichen Einfluss auf die Nutzung und die Zufriedenheit der (Schlepp-) Leine hat.

Dünne Feldleinen, die schlimme Verletzungen beim Verheddern um die Hundebeine oder an den Händen der Leinenhaltern hervorrufen, sind absolut ungeeignet. Außerdem verknoten sich diese Leinen immer recht schnell. Unterwegs bleiben zusätzlich Äste und Laub drin hängen…

Verletzungen durch Schleppleine

Gummierte Gurtbandleinen sind da schon praktikabler, doch auch diese saugen sich mit Wasser/ Regen voll und der Schmutz bleibt gern in ihnen hängen. Die Verletzungsgefahr ist zwar etwas geringer als bei den Feldleinen, aber auch nicht zu vernachlässigen. Hier sind Handschuhe schon sinnvoll, für mich aber gerade im  Sommer inakzeptabel.

Bei mangelnder Pflege, bzw. wenn die Leinen nass werden und nicht wieder durchtrocknen, beginnen nicht nur Lederleinen zu schimmeln, auch Feldleinen und Gurtbandleinen sparken schon nach kurzer Zeit. Gerade im Herbst werden die Leinen zwischen zwei Spaziergängen oft gar nicht erst trocken. Wer möchte schon mit einer kalten nassen Leine den Spaziergang beginnen?

Wir lieben und empfehlen daher Biothane als Material. Nicht nur unsere Schleppleinen sondern auch die kürzeren Leinen für den Alltag sind bei uns aus Biothane. Nicht nur wegen der Farbvielfalt. Sie vereinen alle Vorteile die für uns wichtig sind.

Farbvielfalt Biothane

Für mich einer der größten Vorteile ist die wasserabweisende Eigenschaft und dass der Schmutz so gut wie nicht haften bleibt. Die Reissfestigkeit dürfte dann auch den letzten Kritiker überzeugen, denn auch nach jahrelangem Gebrauch scheuert dieses langlebige Material kaum ab und bleibt stabil.  Mit einem feuchten Lappen abgewischt sind die Leinen wieder frisch und sauber. Unsere erste Biothane- Schleppleine mussten wir nach 9,5 Jahren gegen ein neues Model tauschen. Sie war täglich im Einsatz und schabte auch über harte Untergründe wie Beton und Asphalt.

bunte Farben von Biothane- Leinen

Für kleine Hunde gibt es Biothane ist schmalen Ausführungen von 9 mm  Breite, für kräftige Hunde gibt es die Leinen bis zu einer Breite von 25 mm.

Wem die klassische Biothaneleine zu steif ist sollte mal die Grippy-Biothane ausprobieren. Meine Lieblingsleine für den Alltag habe ich mir aus Grippy-Biothane fertigen lassen. Ich liebe dieses weiche, fast lederähnliche Gefühl in den Händen. Die Super- Grip -Leine hat zudem noch Noppen, ist etwas dicker und somit noch rutschfester.
Für Schleppleinen die wirklich vom Hund über den Boden geschleppt werden rate ich, auf die Handschlaufe zu verzichten. Sollte der Hund doch mal samt Leine durch das Unterholz stromern, kann sich die Handschlaufe schnell an einem Baumstamm oder an Ästen und Co verhaken und den Hund unter Umständen außer Sicht „anleinen“.

Supergrip leine

Doch nicht nur das Material ist von entscheidender Bedeutung, auch der Karabiner muss passen. Sie und die Nieten sind bei vielen Leinen die größten Schwachstellen. Sind diese zu klein bzw. von nur mittelmäßiger Qualität halten diese den Kräften des ziehenden Hundes nicht aus und können brechen. Sehr ärgerlich ist es auch, wenn Karabiner oder Nieten nach wenigen Tagen schon Rost ansetzen, weil günstige Metalle verwendet wurden.

Viele günstige Leinen sind zudem mit runden Karabinerenden bestückt. So hat die Leine nur an den Ecken Kontakt zum Karabiner. Durch die punktuelle Belastung reißt die Leine daher an diesen Steller ein als bei einer breiteren Auflage bei einem flachen Karabiner.

Karabiner gebrochen und runder Durchlass

Die meisten Fotos stammen vom www.leinenkasper.de