Zergeln- oh… ganz böse und verboten

Kennen Sie folgende (falsche) Aussagen?

  • Zergeln macht aggressiv
  • Zergeln bedeutet Beute tot zu schütteln und darf nicht gefördert werden
  • Hunde testen beim Zergeln die Rangordnung
  • usw.

In all diesen Vorurteilen steckt ein wenig Angst vor dem eigenen Hund. Schade, denn gemeinsam spielen ist etwas wundervolles und macht richtig Spaß.

Ganz egal mit was ihr Hund gern zergelt, nutzen Sie dieses Spiel für eine gemeinsame Aktivität mit Ihrem Hund. Ein altes Handtuch, ein Knotenseil, ein Fleece- oder Fell-Zergel oder gar ein Stofftier – dem Zergeln stehen viele Möglichkeiten offen.

Halten Hund und Mensch sich an ein paar Regeln, ist der spielerische Kampf um das Objekt ein tolles Spiel.

Knotenseil als Zergel

Regeln für Zerrspiele

  1. langsam starten/ aufwärmen
    Ganz egal ob Ihr Hund Sie zum Spielen auffordert oder ob Sie der Initiator sind, beginnen Sie das Spiel ruhig und besonnen. Im Laufe der Spieleinheit darf es gern etwas aufregender werden. Halten Sie das Spieli einfach nur fest, lassen Sie Ihren Hund in aller Ruhe anbeißen. Ihr Hund wird vermutlich Stück für Stück fester zu beißen und ziehen. Viele Hunde beginnen bei aufregenden Zerrspielen zu knurren und zu grollen.
  2. Der Hund zerrt, nicht der Mensch
    Auch wenn es sich hier um ein gemeinsames Spiel handelt, so sollten die Bewegungen eher vom Hund ausgehen. Viele Menschen, insbesondere kräftige Männer, können beim schütteln und reißen am Zergel dem Hund Schmerzen und Verletzungen in der Halswirbelsäule zufügen. Ähnlich wie bei einem Schleudertrauma.Der Hund bestimmt die Intensität des Spiels.
  3. Geben und Nehmen/ den Hund gewinnen lassen
    Spiele die man nicht gewinnen kann, machen uns keinen Spaß. Auch unseren Hunden nicht. Überlassen Sie hin und wieder das Zergel dem Hund. Er darf damit weglaufen, es schütteln und drauf herumbeißen. Möchte der Hund weiter mit Ihnen spielen, wird er das Zerrspielzeug erneut anbieten. Das Spiel ist ein Geben und Nehmen, lassen Sie sich von Ihrem Hund gern mal ein paar Meter durch den Raum ziehen lassen und umgekehrt. Einseitigkeit ist langweilig.
  4. Das Ende ankündigen
    Kündigen Sie das Ende des Zerrspiels mit einem Wortsignal an. Ein spontanes Ende ist unbefriedigend und kann dem Hund den Spaß an diesem Spiel nehmen. Geben Sie Ihr Endesignal und beginnen die cool down Phase. 
  5. langsam abkühlen/ cool down
    Möchten Sie nun wirklich zum Ende kommen, zergeln Sie langsamer mit ihrem Hund, bereiten Sie ihn darauf vor, dass das Spiel nun bald zu Ende ist. Spornen Sie Ihren Hund nicht weiter an und werden ein passiver Spielpartner.
  6. Zergel tauschen und wegpacken
    Tauschen Sie das Zergel bitte gegen ein Leckerchen oder ein anderes Spielzeug mit dem Ihr Hund solo weiter spielen darf. Ihr Hund soll das Spiel in netter Erinnerung behalten und nicht mit einer frustrierenden Situation durch die Wegnahme des Zergels. Beugen Sie so auch ressourcenverteidigendem Verhalten vor.

 

gemeinsames zerren an einem alten ball

Vorteile von Zerrspielen

  • Zerrspiele fördern die Gemeinsamkeit zwischen Mensch und Hund
  • Zergeln bedeutet MITeinander zu spielen, nicht gegeneinander
  • Zergeln kann Stress und überschüssige Energie abbauen
  • Zerrspiele eignen sich toll als Trainingsablenkung, wenn wir Verhalten unter hoher Erregung abfragen wollen
  • Zergeln kann das Selbstbewusstsein des Hundes stärken

 

Lassen Sie sich ggf. von einer gewaltfrei arbeitenden Hundeschule beraten und schulen, wenn Sie sich unsicher sind, ob ihr gemeinsames Spiel wirklich ein Spiel ist. Insbesondere bei sehr ängstlichen Hunden oder Hunden mit Ressourcenproblemen kann etwas Hilfe von einem geschulten Hundetrainer nicht schaden.

 

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